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Forum Fertinet |
![]() Der erfolgreiche Weg zum Wunschkind Schon als ich noch klein war, wollte ich mit 25 eine Mama sein. Durch Ausbildung und Studium, aber eben auch, weil das Thema Kinder in der damaligen Beziehung nicht zur Debatte stand, und aus Vernunft wurde das Vorhaben dann in diesem Alter weiter nach hinten verschoben. Mit 29 beendete ich die Beziehung, weil mein langjähriger Freund keine Verantwortung für ein Kind übernehmen und daher lieber gar keines haben wollte. Kurzum, aus der Beziehung wurde in beiderseitigem Einvernehmen eine Freundschaft und ich machte mich auf die Suche nach einem Partner, der gerne Vater werden wollte. Dieser wurde nach einigen Monaten gefunden, aber nix überstürzt. Auch er wurde in die Freundschaft eingegliedert. Nach über einem Jahr begannen wir dann erstmal am eigenen Heim zu bauen. Uns wurde dabei schnell klar, dass wir nicht lange auf ein Baby warten wollten und stellten uns darauf ein, dass bald eines unterwegs sein könnte. Ein weiteres Jahr verging. Wir zogen ins neue Heim, wo wir dann doch langsam ungeduldig wurden und noch einige Monate probierten. Nach sechs weiteren Monaten ging ich zum Arzt, um alles kontrollieren zu lassen und zu fragen, warum es denn nicht klappt. Der Arzt machte gleich Termine mit mir, dass wir meinen Zyklus überprüften und war dabei sehr sorgfältig, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Er ließ auch nicht viel Zeit verstreichen und schickte meinen Freund zum Urologen, um auch ihn durchzuchecken. Mein Partner ließ sich auch nicht lange bitten und ging diesen unbeliebten Weg. Dort wurde schnell klar, dass durch eine recht spät erfolgte Operation mit erst 16 Jahren nicht viel ohne Reproduktionsmedizin zu machen ist. Der Frauenarzt beriet uns zu den nun bleibenden Möglichkeiten und gab uns Adressen und Telefonnummern von verschiedenen Kliniken, in denen wir weiter untersucht werden sollten. Dort wurde uns empfohlen, aufgrund der gesetzlichen Regelung in Deutschland den Weg der Ehe einzugehen, um unseren Wunsch zu bekräftigen. Nicht lange darüber nachgedacht, planten wir eine schöne Party mit allem Drum und Dran, ließen uns da auch nicht viel Spielraum, aber schafften es, im Winter eine kleine Traumhochzeit mit Familie und Freunden schön zu feiern. Im ersten Zyklus nach der Hochzeit ging es in unserer ausgesuchten Klinik gleich weiter mit einer Gebärmutterspiegelung, wobei nichts festgestellt wurde und gleich im nächsten Zyklus starteten wir die erste ICSI. Die Stimulation mit den Spritzen klappte nach gutem Erklären der Klinik und der Apotheke hervorragend, indem mein Mann alles schön zusammenmischte und mir dies verabreichte. Die Punktion erfolgte unter Vollnarkose – es wurden weniger Eizellen punktiert als erwartet. Der Anruf am nächsten Tag, auf dem Weg zur Arbeitsstelle, war leider nicht positiv, denn es konnte keine der wenigen Eizellen befruchtet werden. Wir warteten noch eine Nacht ab, ob evtl. doch noch eine Befruchtung eintrat. Eine einzige Eizelle sah am nächsten Tag so aus, als könnte sie transferiert werden. Also machten wir einen Termin für den folgenden Tag aus! Ich hatte frei und rief vorm Losfahren in der Klinik lieber noch einmal an. Mein behandelnder Arzt ließ mir dann ausrichten, dass diese Eizelle leider gar nicht erfolgversprechend aussehe und wir den Versuch lieber abbrechen! Es sollte im übernächsten Zyklus in abgewandelter Stimulation mit etwas anderen Medikamenten weitergehen. So haben wir es wieder versucht. Bis zur Punktion unter Vollnarkose war alles perfekt, aber der Anruf am nächsten Tag war wieder sehr ernüchternd. Ein paar Eizellen haben nicht durchgehalten und die anderen ließen sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht befruchten, also warteten wir wieder einen Tag ab! Am nächsten Morgen war alles komplett erledigt und es musste leider wieder abgebrochen werden. Der nächste Versuch fand zwei Zyklen später statt und ich erhielt dieses Mal eine Depotspritze zur Herrunterregulierung der eigenen Hormone, damit nur noch die Stimulationshormone etwas ausrichten und mein Körper praktisch nicht dagegensteuern konnte. Mit dem Erfolg, dass wir ein paar mehr Eizellen produziert hatten – es waren nun 8! Die Punktion verlief wieder gut, der Anruf am nächsten Tag war aber wieder negativ! Keine einzige befruchtete Eizelle war da, auf den Anruf am nächsten Tag sollte ich nun auch nicht mehr bauen – ich würde aber in jedem Fall angerufen! Der Biologe war sehr nett, aber auch sehr betroffen. Niemand könne sagen, ob es an den Eizellen oder an den Spermien läge, denn beides mache immer den Anschein, als könne es klappen. Daraufhin machten wir einen Termin zum persönlichen Gespräch mit unserem behandelnden Arzt, worauf ich mich sehr intensiv vorbereitet hatte. Wir sprachen alle Möglichkeiten mit ihm durch, auch die Möglichkeit der Eizellspende im Ausland, die mir von Kollegen schon ans Herz gelegt wurde. Diese ist nur in einigen Ländern zulässig, aber leider in Deutschland nicht. Da aber gar nicht sicher war, ob es an den Eizellen liegt oder den Spermien, wollten wir es noch einmal in der Klinik bei unserem behandelnden Arzt probieren. Wir änderten den Vorzyklus, regulierten meinen Körper wieder herunter, weil wir damit die meisten Eizellen hatten, und auf meinen eigenen Wunsch wurde die Dosierung der Hormone höhergesetzt. Ich wurde darauf vorbereitet, dass sich die Eizellen aber dadurch dennoch stur stellen könnten – es war alles nur ein Versuch! Mein Mann erklärte sich auch bereit, dass 50 % der Eizellen mit Spendersamen befruchtet werden, um zu sehen, ob es daran liegt!? Wir machten auch den vorsorglichen Termin beim Rechtsanwalt, falls wir dann fremdbefruchtete Eizellen einsetzen lassen könnten und wir stellten uns auch gedanklich auf die Halbadoption ein. Auch die Möglichkeit der wiederholten Nullbefruchtung spielte natürlich immer im Hinterkopf mit, wo sich sogar meine Schwester als Eizellspenderin zur Verfügung stellen wollte. Dieses waren natürlich erst einmal Gedanken, die noch mit Profis fertiggedacht werden mussten. Aber immerhin hatten wir dadurch einen Plan C. Der Versuch fand vier Monate später statt. Die Stimulation klappte hervorragend, beim Kontrollultraschall hatten wir so viele Follikel wie noch nie – diese brauchten wir ja auch, um ausprobieren zu können, woran es nun liegt! Dass die Qualität unter der Quantität leiden kann, war uns auch bewusst. Die Punktion erzielte 13 Eizellen – das war schon mal ein Teilerfolg. Drei Tage später war „Freitag, der 13.“ und wir wünschten uns alle einen erstmaligen Transfer an diesem Tag. Die Nacht und der nächste Morgen waren natürlich unsererseits zum Zerreißen spannend, je später die Uhr schlug, desto pessimistischer wurde ich. Dann kam endlich der Anruf und das Ergebnis war klasse, wir hatten sogar drei eigene Eizellen! Davon wollte ich dann am Freitag zwei transferiert haben. Juhu! Die 5 fremdbefruchteten Eizellen haben wir sicherheitshalber kryokonservieren lassen, denn wir waren uns ja schon einig, dass wir auch dieses Kind sehr lieb haben wollen! Der erste Transfer klappte nun auch gut und meine erste Warteschleife begann. Leider hat sich keine der beiden Eizellen eingenistet. Die Enttäuschung saß tief. Aber immerhin hatten wir nun schon weitere Erfolge zu verzeichnen gehabt und wussten, wie der nächste Versuch aussehen müsste. Wir holten zwei Monate später drei kryokonservierte Eizellen ab, aber auch von diesen nistete sich keine ein. Schade! Zwei hatten wir noch, diese sollten dann einen weiteren Monat später eingesetzt werden, aber eine wachte sozusagen nicht auf und die andere war einen Tag später auch nicht mehr transferierfähig. Also auf zur fünften ICSI, die wieder genauso gemacht wurde wie die vierte. Vorzyklus und Stimulation gleich, nur dass ich nach der Punktion eine noch höhere Überstimulation bekam. Mir ging es in der einen Nacht so schlecht, dass ich nie wieder solch eine ICSI mit der Dosierung machen wollte. Wir machten einen Tag vor Bluttesttermin den Schnelltest zu Hause, der soooooooo weiß war, wie es negativer nicht sein konnte. Am nächsten Morgen, bevor ich zum Bluttest fuhr, machte ich heimlich allein noch einen Schnelltest, der auch negativ war – vielleicht mit gaaaaaaaaaaanz viel Fantasie und etwas schräg halten eine Mini-Verdunstungslinie, aber eben negativ. Ich setzte mich doch in den Zug und fuhr zum Bluttest – ich wusste da zwar nicht, wie ich mit den Schmerzen sitzen sollte, überstand die halbe Stunde aber auch irgendwie. Am Nachmittag durfte ich in der Klinik anrufen und die Sprechstundenhelferin musste Rücksprache mit der Ärztin halten!? Also wartete ich geduldig in der Warteschleife auf den Satz, den ich nicht hören wollte. Sie kam zurück und sagte nach einer gefühlten Ewigkeit: „Die Ärztin sagt, ich darf Ihnen gratulieren, ab 30 darf man gratulieren!?“ Ich verstand gar nix mehr: Dass ich über 30 bin, wusste ich doch … also fragte ich nach dem genauen HCG-Wert. Der war 49 und weil das so ein komischer Wert ist und er an diesem Tag eigentlich schon bei ~200 sein sollte, sollte ich am Montag einen weiteren Bluttest machen lassen. Den zweiten Bluttest ließ ich dann in meiner Haus-Gyn-Praxis durchführen, weil die Überstimulation nicht besser wurde. Den Wert versuchte ich am Nachmittag herauszubekommen, aber das Labor hat aus meinem Blut den Hepatitis-C-Wert getestet und nicht HCG. Oh nein, bitte nicht noch länger warten lassen. Sie hatten aber zum Glück noch Blut von mir, sodass ich nicht am nächsten Tag alles neu machen musste. Zum Feierabend der Klinik war kein Ergebnis da, zum Feierabend des Gynäkologen auch nicht. Also machte ich mich auf eine weitere traurige Nacht gefasst! Aber dann um 21.15 Uhr – und das werde ich nie vergessen – rief mein Gynäkologe mich von zu Hause an und sagte, dass der Wert sich verdoppelt hat und dies ein positives Ergebnis sei, welches ich mir am nächsten Tag aus der Klinik bitte bestätigen lassen sollte. In der darauffolgenden Woche konnten wir das erste Mal ein Mini-Baby auf dem Ultraschall sehen – jetzt half nur noch warten und beten. Bis zum Ende der 30. Schwangerschaftswoche hatte ich noch Schmerzen von der Überstimulation und durfte nicht arbeiten, danach wurde es nur noch beschwerlich von dem wachsenden Bauch und den normalen Schwangerschaftserscheinungen. Unser Sohn kam eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin gesund zur Welt und ist nun fünf Wochen alt – wir sind seeeeeeeeeeehr glücklich! Anonym Die Veröffentlichung dieses Berichtes erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Vereins „Aktion Kinderwunsch e.V.“ |
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