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Künstliche Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) und positive Denk-Strategien

IVF ist heute ein Routineeingriff, der jährlich weltweit mehrere Hunderttausend Mal vorgenommen wird. Für das einzelne Paar ist es jedoch ein großer Schritt.

Entscheidungsfindung

IVF, aber auch Verhütungsmittel entkoppeln Zeugung und Sexualität. Für die Entscheidungsfindung eines Paares gibt es drei wichtige Kriterien:
  • Wie wichtig ist uns ein Kind?
  • Zu welchem psychischen und finanziellen Aufwand sind wir bereit?
  • Wie ist unsere medizinische Diagnose und Prognose?
IVF ist immer eine Entscheidung unter Ungewissheiten, da der Ausgang der Behandlung ergebnisoffen ist. Gleichzeitig gibt es im Leben immer die individuelle Freiheit, ein Risiko einzugehen und bei Kinderwunsch auch die begründete Hoffnung auf Erfolg. Häufig haben Paare folgende Bedenken, Ängste und Fragen im Vorfeld einer Kinderwunschbehandlung:
  • IVF ist „unnatürlich“
  • Was macht das mit uns als Paar?
  • Können wir nicht durch einen weniger aufwendigen Eingriff schwanger werden?
  • Ist es den ganzen Aufwand wert?
Kinderwunschbehandlung ist oft eine schrittweise, aufwendige Therapie, die ein langsames „Hineinwachsen“ möglich macht: Zyklusmonitoring, eventuell Inseminationen und erst dann die Befruchtung außerhalb des Körpers, also IVF oder ICSI ist für viele Paare die Therapie der Wahl.

„Harte“ Diagnosen wie Eileiterverschluss oder sehr starke Einschränkung des Spermiogramms erfordern jedoch einen „Direkteinstieg“ in die Befruchtung außerhalb des Körpers (extrakorporal).

Vom möglichen Kind aus gesehen ist die Frage der „Natürlichkeit“ nicht wichtig. Viel entscheidender ist, ob es gewollt und gewünscht ist. Manche spontanen Schwangerschaften entstehen sehr natürlich, die Kinder sind jedoch ungewollt und ein Schwangerschaftskonflikt ist vorprogrammiert. Wunschkind zu sein – egal ob durch IVF oder spontan –  ist hingegen die beste Startchance im Leben.

Fast alle Paare verfügen über die notwendigen partnerschaftlichen Ressourcen, um eine Kinderwunschbehandlung gut zu überstehen: Aufmerksamkeit, aufeinander Eingehen, Austausch der Gefühle, das gemeinsame Projekt „Kinderwunsch“ und ein gut funktionierender Alltag schweißen beide Partner in einer Sterilitätstherapie zusammen. Die Behandlung verbindet mehr als dass sie trennt.

Das wirklich Schwierige bei IVF ist meistens nur der wiederholte Misserfolg. In diesem Fall ist es wichtig, sich rechtzeitig psychologische Hilfe zu holen. Misserfolg kann ein Katalysator und Auslöser für grundsätzliche Paarkonflikte und -themen sein. Und diese neigen nun einmal dazu, in existenziellen Lebenssituationen „aufzubrechen“.

Ob es der ganze Aufwand wert war, ist eine Frage, die erst am Ende der Therapie beantwortet werden kann. Mit Geburt eines gesunden Kindes fallen die Jahre der Kinderwunschbelastung fast vollständig von einem ab. Muss die Sterilitätsbehandlung erfolglos beendet werden, fällt der Abschluss des Kinderwunsches leichter. Denn nicht genutzte Möglichkeiten belasten langfristig mehr als ein erfolgloses Bemühen.

Sie können sich immer wieder neu entscheiden: für oder (vorläufig) gegen eine Kinderwunschbehandlung. Wichtig ist, dass Sie sich in Übereinstimmung mit Ihren Werten und Überzeugungen verhalten.



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