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Lösungswege für Paare

Beide Partner reagieren bewusst oder unbewusst als Team. Sie machen die meist positive Erfahrung, dass sich der eine vom anderen beeinflussen lässt. Gerade beim Kinderwunsch können sie sich aber auch gegenseitig „hinunterziehen“.

Tipps für die Frau
  • Der erste Schritt aus einer Verzweiflungsphase ist, dem Partner gegenüber wieder offen zu werden. Ihn wieder ins Blickfeld zu bekommen und seine Bedürfnisse wahrzunehmen und vielleicht auch zu erfüllen. Sich von ihm ablenken zu lassen und zu seinen Vorschlägen „vielleicht“ statt „nein“ zu sagen.
  • Ihr Mann ist nicht Ihr „Mülleimer“. Begrenzen Sie das Thema Kinderwunsch in der Kommunikation. Es darf phasenweise einen großen Platz einnehmen, es sollte aber nicht Dauerprogramm werden. Dies klappt nur, wenn Ihnen selbst als Einzelperson der Umgang mit dem Kinderwunschthema gelingt (näheres siehe IVF-Behandlung).
  • Suchen Sie sich zusätzliche Ventile, um über den Kinderwunsch zu sprechen. Dies können andere Betroffene, Freundinnen oder Familienangehörige sein.
  • Heimliche Wünsche werden unheimlich selten erfüllt. Für Ihren Mann ist es viel leichter, Sie zu unterstützen, wenn er eine Art innere „to do“-Liste von Ihnen hat.
  • Achten Sie in Ihrem Verhalten darauf, ob Sie bei Ihrem Mann folgende Gefühle erzeugen: – wirklich helfen kann ihr nur ein Kind, – egal, was ich mache, es ist immer falsch
Tipps für den Mann
  • Je mehr Sie das Thema vermeiden, desto verbissener wird Ihre Frau. Besser ist es, den Kinderwunsch auch regelmäßig von Ihrer Seite aus anzusprechen.
  • Am meisten ist Ihre Fähigkeit gefordert, sich das „immer wieder Gleiche“ anzuhören. Einander in den Arm nehmen ist dabei wirkungsvoller als Ihre Suche nach einer optimalen lösungsorientierten Antwort.
  • Ihre Frau möchte etwas über Ihren Kinderwunsch erfahren. Was würde Ihnen ein Kind bedeuten? Wohl dosiert erreichen Sie damit ein mehr an Miteinander und an Einverständnis und nicht die befürchtete Verschlimmerung des Problems.
  • Wir können auch ohne Kind glücklich werden“ ist ein Satz, mit dem Sie sehr vorsichtig umgehen sollten. Im falschen Moment geäußert, zum Beispiel nach IVF-Misserfolg, kann er dazu führen, dass Ihre Frau den Kinderwunsch für Sie beide übernimmt.
  • Verabschieden Sie die Vorstellung, dass Ihre Frau wieder die „alte“ wird. Entweder wird nach Geburt eines Wunschkindes alle Belastung von ihr abfallen oder sie wird mit Ihnen zusammen kinderlos geblieben und eine andere geworden sein.
Tipps für das Paar
  • Wer sich austauschen kann, kann viel zusammen aushalten.
  • Gestalten Sie sich vom Kinderwunsch unbelastete Beziehungsbereiche und so genannten Paarinseln. Dies kann ein schöner Abend ohne das Thema sein, ein gemeinsames neues Hobby oder ein mehrmonatiger „Urlaub vom Kinderwunsch“
  • Lassen Sie nicht zu, dass der unerfüllte Kinderwunsch Ihre Sexualität entwertet. Ungewollte Kinderlosigkeit führt typischerweise wie einige andere Lebensprobleme auch zu einer sexuellen Krise. Frauen meinen oft „hilf mir“, wenn sie längere Zeit keine Lust haben. Männer bestätigen mit Sexualität den Selbstwert ihrer Frau und die Verbindung zueinander und sollten deshalb mit „vorauseilender Rücksichtnahme“ vorsichtig sein. In der Sexualtherapie haben nur diejenigen Paare eine weniger gute Prognose, die schon vor Beginn des unerfüllten Kinderwunsches deutliche Probleme hatten.
 


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