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Chancen und Risiken

Über den Erfolg der Behandlungsmaßnahmen entscheiden viele Faktoren. So spielt – neben der Art und der Dauer der Fruchtbarkeitsstörung – auch das Alter der Frau eine wichtige Rolle. Konkrete Zahlen zu nennen, ist daher nicht möglich.

Erfahrungswerte der Möglichkeiten

Behandlungsverfahren Geburtsrate pro Versuch 
Hormonstimulation mit Tabletten1 bis 10 Prozent
Hormonstimulation und Insemination10 bis 12 Prozent
IVF/ICSI20 bis 30 Prozent

Die heute angewendeten Behandlungsverfahren erreichen, bei planmäßigem Verlauf, annähernd den gleichen Erfolg pro Zyklus wie eine natürliche Zeugung. Bei günstigen Voraussetzungen und Ausschöpfung aller Möglichkeiten kann in der Regel 60 Prozent aller betroffenen Paare geholfen werden. Einige seltene Risiken sind im Folgenden aufgeführt. 


Überstimulation 

Wegen der potenziellen Gefahr einer Überstimulation wird die hormonelle Behandlung von dem behandelnden Arzt sehr sorgfältig überwacht. Bei einer Überstimulation produzieren die Eierstöcke sehr viele Eibläschen, die wiederum vermehrt Hormone ausschütten. Diese Überfunktion kann zu Übelkeit und Flüssigkeitsansammlung mit Schmerzen im Bauchraum führen. Falls bei Ihnen zunehmend Leibschmerzen auftreten, müssen Sie unbedingt Ihren Arzt darüber informieren. Ist die Überstimulation zu stark, kann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig sein. 
Durch eine regelmäßige Kontrolle kann das Risiko der schweren Überstimulation auf ein bis zwei Prozent verringert werden. Hier ist Ihre aktive Mitarbeit gefragt, indem Sie die Untersuchungstermine genau einhalten.

Mehrlingsschwangerschaften 

Die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft ist bei der IVF/ICSI grundsätzlich erhöht (20 bis 30 Prozent), weil zur Sicherstellung des Erfolges meist mehrere (jedoch maximal drei) Embryonen in die Gebärmutter eingebracht werden. 

Fehlgeburten

Mit zunehmendem Alter und aufgrund der Subfertilität (eingeschränkte Zeugungs- beziehungsweise Empfängnisfähigkeit) steigt das Risiko einer Fehlgeburt leicht an. 

Operative Komplikationen

Selten treten im Rahmen der mit der IVF verbundenen chirurgischen Eingriffe Komplikationen auf. Beispielsweise kann es bei der Eizellentnahme zu Infektionen kommen oder, ebenfalls in extrem seltenen Fällen, zu Verletzungen der im Beckenraum gelegenen Organe. 

Psychischer Stress

Eine Kinderwunschbehandlung ist mit hohem Zeitaufwand, verschiedensten Terminen und zum Teil auch aufwendigeren Untersuchungen verbunden. Sie erfordert deshalb von beiden Partnern ein großes Maß an Geduld. Die Paare erleben eine Zeit starker Gefühle, zum Teil auch starker Gefühlsschwankungen zwischen Hoffen und Bangen, Freude und Enttäuschung. Da kommt es leicht zu psychischem Stress.

Wichtig ist es, im Gespräch zu bleiben: Teilen Sie anderen mit, wie es Ihnen geht – körperlich und seelisch. Reden Sie mit Ihrem Partner. Tauschen Sie sich mit Freunden aus, gegebenenfalls in einer Selbsthilfegruppe und vor allem auch mit Ihrem behandelnden Arzt. 


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