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Welche Medikamente werden eingesetzt?

Bestimmte Präparate wie etwa Clomifentabletten regen das Gehirn an, vermehrt Fruchtbarkeitshormone auszuschütten. Zur gezielten Stimulation der Eizellreifung und zur Vorbereitung auf den Eisprung werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die der natürlichen Funktion der Fruchtbarkeitshormone entsprechen: 

hMG (humanes Menopausengonadotropin)

Das humane Menopausengonadotropin wird aus dem Urin von Frauen in den Wechseljahren gewonnen. Aufgrund seines Herstellungsverfahrens unterliegt der Hormongehalt des hMG Schwankungen.

LH (Luteinisierendes Hormon)

LH (Luteinisierendes Hormon) als Reinsubstanz wird heutzutage auch biotechnologisch hergestellt. LH wird bei Frauen zusätzlich eingesetzt, wenn ein LH-Mangel vorliegt. Mit dem ersten reinen, biotechnologisch hergestellten LH kann eine individuelle Kombinationsmöglichkeit von FSH plus LH gewählt werden. Da die meisten Frauen aber selbst genügend LH bilden, wird häufig FSH alleine gegeben.

Rekombinantes FSH (biotechnologisch hergestellt)

Grundsätzlich kann das follikelstimulierende Hormon (FSH) auf verschiedene Weise hergestellt werden: Wie hMG wird FSH entweder aus dem Urin von Frauen in den Wechseljahren gewonnen oder biotechnologisch hergestellt. Da bei urinären Präparaten die Reinheit und der Gehalt an FSH stark schwanken können, kommt heute vorzugsweise das biotechnologisch hergestellte FSH zum Einsatz.

Dieses sogenannte rekombinante FSH wirkt genauso wie das körpereigene Hormon und entspricht den neuesten Erkenntnissen der medizinischen Forschung. Es bietet ein Höchstmaß an Reinheit und das bedeutet größtmögliche Sicherheit und Verträglichkeit. Darüber hinaus – und das ist das Wichtigste für betroffene Paare – hat eine Untersuchung gezeigt, dass die so erzeugten Substanzen effektiver wirken. Das heißt: Bei einer niedrigeren Medikamentendosierung steigt die Chance auf ein Kind. (Ludwig et al., Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie, 4/2004: 284–88)

Mit Hilfe eines neuen Herstellungsverfahrens, der sogenannten Filled-by-Mass-Technologie, konnte die Reproduktionsmedizin darüber hinaus noch einen weiteren Schritt in Richtung Präzision gehen: Bei einem FSH-Präparat, das mittels dieser Technologie hergestellt wird, ist der wirkaktive Hormonbestandteil stets exakt gleich bemessen. Dadurch erhalten Sie mit jeder Injektion genau die Menge FSH, die Ihr Arzt individuell für Sie berechnet hat. Bei der Verwendung von biotechnologisch hergestellten Präparaten ist im Übrigen das Risiko lokaler Unverträglichkeiten an der Einstichstelle geringer als bei den urinären Präparaten. (Ludwig und Rabe, Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie, 2/2004: 82–90)

Behandlung und Dosierung

Die Behandlung mit FSH beginnt in der Regel 14 Tage nach der Down-Regulation beziehungsweise in den ersten drei Zyklustagen (1. Zyklustag = 1. Blutungstag). Sie dauert zirka elf bis 13 Tage. Während dieser Zeit wird jeden Tag, am besten ungefähr zur gleichen Tageszeit, eine bestimmte Menge des Hormons unter die Haut gespritzt.

Bei der ovariellen Stimulationsbehandlung mit FSH ist die Dosierung entscheidend dafür, wie viele Eizellen heranreifen werden. Zu berücksichtigen ist, dass die Dosierung in einem Stimulationszyklus mit anschließendem Geschlechtsverkehr oder Insemination eher niedriger ist.

Bei der IVF- oder ICSI-Behandlung sollen mehr als nur eine oder zwei Eizellen heranreifen, d. h. es müssen höhere FSH-Dosierungen verabreicht werden. Neben der Therapieform sind aber vor allem die individuellen medizinischen Voraussetzungen der einzelnen Patientin zu berücksichtigen. Bei sehr empfindlichen polyzystischen Ovarien ist z. B. eine niedrigere FSH-Dosierung anzuwenden. Bei älteren Patienten, bei denen die Ovarien nicht mehr so gut ansprechen, braucht man hingegen höhere Dosierungen.

Verordnet Ihr Arzt zur Unterdrückung der körpereigenen Hormonproduktion einen GnRH-Antagonisten, wird dieser zusätzlich ab dem fünften bis siebten Stimulationstag verabreicht.


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